Mit emotionalen Dankesworten an sein Team und die Universitätsfamilie hat sich Prof. Dr. Ulrich Bartosch nach sechs Jahren als Präsident der Universität Passau von vielen seiner Weggefährten und Weggefährtinnen verabschiedet und allen gedankt, die ihn in seiner Amtszeit begleitet, unterstützt und inspiriert haben, denn „auch ein Präsident schafft nichts allein.“
Während des Interregnums, der Übergangsphase in der Prof. Dr. Bartosch die Amtskette abgelegt hatte, blickt der Regierungspräsident von Niederbayern Rainer Haselbeck in seiner Laudatio dankbar auf das Erreichte von Präsident Bartosch zurück; etwa die Entwicklung einer modernen Medizinerausbildung für die Region durch den Medizincampus sowie das Wissenschaftszentrum Spitzberg, das Universität und Stadt miteinander verbinden wird. Er lobt die umsichtige und partnerschaftliche Begleitung seines Amtsnachfolgers, denn die Übergabe der Amtskette sei auch für die Region und den Freistaat Bayern ein „fundamentales Ereignis“ im Hinblick auf sichere Führung und Kontinuität. Institutionen wie die Universität lebten von Menschen die Verantwortung tragen - diese Haltung hätte Bartosch nicht nur bei seinem Amtsantritt während der Pandemie, sondern auch mit Blick auf seine Nachfolge vorgelebt. Auch der Ministerialdirigent des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst Dr. Michael Mihatsch, Passaus designierter Oberbürgermeister Andreas Rother sowie der Landrat des Landkreises Passau Raimund Kneidinger dankten dem scheidenden Präsidenten für seinen unermüdlichen Einsatz für die Universität Passau.
Mit der Übergabe der Amtskette richtet sich der Blick auf die Zukunft: Ab 1. April 2026 ist nun Prof. Dr. Jan Hendrik Schumann Präsident der Universität Passau, im Januar 2025 war er vom Universitätsrat zum neuen Präsidenten bestimmt worden. Schumann hat seit 2012 den Lehrstuhl für Marketing und Innovation inne und ist seit April 2023 als Vizepräsident für Forschung Teil der Universitätsleitung; dieses Ressort wird er auch weiterhin betreuen. In seiner Antrittsrede dankte er Ulrich Bartosch für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und skizzierte seinen künftigen Weg: „Eine Universität schöpft aus ihrer Geschichte, wird ihrem Auftrag wird aber nur gerecht, wenn sie den Mut aufbringt, ihre Zukunft aktiv und immer wieder neu zu gestalten. Ein zentrales Anliegen meiner Präsidentschaft ist es, die Universität Passau mit einer gemeinsam entwickelten und getragenen Gesamtstrategie in wesentlichen Bereichen klarer zu profilieren und nachhaltig zu stärken. Zum einen wollen wir unsere Forschungsstärken durch die gezielte Einwerbung von Drittmitteln weiter ausbauen, ihre nationale und internationale Sichtbarkeit erhöhen und uns so auch als attraktive Partnerin im Rahmen der Exzellenzstrategie positionieren. Zum anderen werden wir unser Profil in der Lehre weiter schärfen, indem wir unsere Forschungsschwerpunkte gezielt aufgreifen und in innovative sowie relevante Lehrformate überführen.“
Schumann stellte abschließend die neue Universitätsleitung vor. Sie besteht aus Prof. Dr. Harald Kosch (Vizepräsident für Akademische Infrastruktur/IT und Nachhaltigkeit), Prof. Dr. Bettina Noltenius (Vizepräsident für Studium und Lehre), Prof. Dr. Maximilian Sailer (Vizepräsident für Transfer und Lehrkräftebildung) und Prof. Dr. Daniela Wawra (Vizepräsidentin für Internationales und Diversity). Neue Kanzlerin ist seit März 2026 Barbara Tasch, ihre Stellvertreterin bleibt Sabine Wiendl, Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst ist weiterhin Professorin Dr. Axinja Hachfeld.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst in der Kirche St. Nikola von Roland Feucht, die Veranstaltung im Audimax begleiteten Ulrich Schwarz und seine Band.
Über Jan Hendrik Schumann:
Jan Hendrik Schumann ist Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Innovation an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Passau, deren Prodekan und Dekan er von 2018 bis 2023 war. Seit April 2023 war er bereits als Vizepräsident für Forschung Mitglied der Universitätsleitung. Bevor er 2012 an die Universität Passau wechselte, war er Juniorprofessor an der TUM School of Management der Technischen Universität München, wo er 2009 auch promovierte. Seine zentralen Forschungsschwerpunkte sind Digitales Marketing, Digitale Geschäftsmodelle, das Management von Kundenbeziehungen sowie Service Pricing. Seine Forschungsarbeiten wurden in führenden internationalen Fachzeitschriften seines Faches publiziert und wiederholt ausgezeichnet, 2019 gewann Prof. Dr. Schumann den prestigeträchtigen Emerging Service Scholar Award der AMA SERVSIG, der Special Interest Group Service der American Marketing Association.
Schumann ist zudem langjähriges aktives Mitglied in mehreren internationalen Fachgruppen seines Forschungsgebiets. So gründete und leitete er zum Beispiel die Service Marketing Special Interest Group der European Marketing Academy (EMAC), der größten europäischen Vereinigung von Marketingwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Diese Special Interest Group (SIG) ist eine Gemeinschaft zur Förderung des Austauschs zwischen europäischen Forscherinnen und Forschern, die an Dienstleistungsthemen arbeiten. Schumann ist zudem Mitglied in den Gutachtergremien mehrerer führender internationaler wissenschaftlicher Zeitschriften, wie dem Journal of Service Research. Außerdem ist Schumann Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 2720: „Digital Platform Ecosystems“ (DPE) und seit Juli 2012 im Leitungsgremium des Instituts Centouris. Privat ist Schumann verheiratet und hat zwei Kinder.