Ein Herzensprojekt zur Arbeit im grundlegenden Mathematikunterricht und darüber hinaus:
Als Grundschullehrkraft durfte ich immer wieder von Kindern lernen, dass Mathematik mehr ist als Rechnen und Unterricht mehr als Lernen und Lehren.
Mathematik(unterricht) kann Ideenquelle, Kreativraum, Lebensraum, aber auch Freiraum für eigene Wege, Emotionen und persönliches Ankommen sein.
Wissenschaftlich begleitete Angebote laden deshalb inzwischen als Kontexte der Vielfalt aus der Mathematik zu dieser Erfahrung im Rahmen eines Netzwerk-Programmes zwischen Forschung, Schulalltag und Professionalisierung ein.
Kinder, Lehrkräfte, Studierende und Kooperationspartnerinnen und -partner machen sich in Einzelprojekten, Arbeitsgruppen und Veranstaltungen gemeinsam auf die Reise in eine ganz besondere Welt zwischen Mathematik, Vielfalt und sich selbst.
Stefanie Winkler, August 2025
Als Gast im Format DiversiTEA der Stabsstelle Diversity und Gleichstellung der Universität Passau diskutieren Studierende und Gäste der ZLF-Abteilung Heterogenität und Diversität über die individuelle Bedeutung von Vielfalt im Lehren und Lernen. Auch Gesichter aus der Atelier- und Netzwerkarbeit sind dort anzutreffen und die Idee, einzelne Aspekte als Vertiefungsbausteine des Netzwerk-Angebotes in den grundlegenden Mathematikunterricht mitzunehmen wird geboren. Später wird daraus ein Qualitätszirkel werden.
Bereits im Wintersemester 2024/25 starten erste Lehrveranstaltungen, die Anregungen und Arbeitsweisen aus dem Netzwerk aufnehmen und integrieren. Dazu werden ausgewählte Seminare und Vorlesungen mit Konzepten im Sinne von New Work und Co-Working umgestaltet und untereinander sowie mit Projektangeboten vernetzt.
In der Reihe #gutelehrelunch der Universität Passau darf das neue Konzept dann bereits anderen Fachbereichen vorgestellt werden.
Aus Atelierarbeit, Netzwerktreffen und vielen weiteren Einzelprojekten wird das Netzwerk-Programm KoViMath.
Es verbindet Wissenschaft, Schulalltag und Lehre - Studierende, Lehrkräfte und Kinder.
Auch in diesem Jahr ist das Mathe-AtelierPlus! am Lehrmarkt des ZLF vertreten: Nun jedoch stellen Studierende ihre Atelierarbeiten vor, die sie unter sachkundiger Betreuung in einem Seminar mit Stefanie Seidl entwickelt haben: Mathematik, Yoga und bewegtes Spielen und Lernen stehen also im Sommer 2024 im Mittelpunkt.
Auch dieses Jahr steht wieder ein Ateliernachmittag für die Teilnehmenden der Mathematik-Olympiade in der 5. und 6. Jahrgangsstufe aus dem Raum Passau an: Wer hätte gedacht, dass Upcycling, Diskussionen um zwischenmenschliche Werte, Mathematik und Platon unter einen Hut gebracht werden können ... Vielfältige Atelierangebote und Ergebnisse sind entstanden, die dieses Mal in Eigenregie von Studierenden gestaltet wurden. Ein Atelierseminar wird im Lehrangebot dafür nun zur festen Größe.
Das Mathe-AtelierPlus! unterstützt tatkräftig die ZLF-Abteilung Heterogenität und Diversität bei der Organisation und Gestaltung des ersten Lehrmarktes für Studierende und Lehrkräfte unter dem Motto Vielfalt im Lehren und Lernen. Auch ein eigener Marktstand mit Anregungen zu ersten Atelierarbeiten in der Kombination von Mathematik und Kreativität für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 darf nicht fehlen.
Schon seit 2018 darf ein Team von Studierenden, Lehrkräften und Dozierenden aus dem Bereich der Begabungsförderung in der Didaktik der Mathematik das Nachmittagsprogramm der Mathematik-Olympiade, Landesrunde Bayern, Region Passau, Klassen 5 und 6 betreuen. In diesem Jahr wechseln wir zum ersten Mal von der bewährten Werkstattarbeit hin zu einer multiprofessionellen Atelierarbeit. An allen Ecken wird mathematisch philosophiert, geträumt, gezeichnet, ...
Als Mathe-AtelierPlus! - kurz MAP - finden sich erstmals Studierende und Lehrkräfte zum regelmäßigen,ungezwungenen Austausch zusammen, die miteinander, aufgeschlossen und persönlich Lust darauf haben, Mathematikunterricht immer wieder neu und kreativ zu denken.
Auf Initiative von Lukas Rechenmacher wird ein Werkstattseminar für die Planung von grundlegendem Mathematikunterricht eingerichtet, dass dazu ermutigt, kollaborativ und immer wieder neu an Unterrichtsszenarien zu arbeiten. Später wird dieses Seminar unter dem Namen Mehrwerkstatt Teil von DiMathPlus! bzw. KoViMathPlus! und selbst von Herr Rechenmacher als Lehrbeauftragten geleitet werden.
Unter dem Motto "Fächer auf den Kopf gestellt" wird in einer vierten Klasse Mathematikunterricht neu gedacht, weiterentwickelt und unerwartet vernetzt. Die Idee dazu selbst stammt von den Kindern und wird zu einem bewegenden und bunten Projekt am Schuljahresende. Lange noch wirken die Erfahrungen zwischen Entfaltung, Kreativität, Profilbildung, Stärkung von Persönlichkeiten und gemeinsamen Wegen nach.
Immer wieder werden sie zum Grundgedanken von Projekten zur Unterrichtsentwicklung im grundlegenden Mathematikunterricht und letztlich von KoViMathPlus!.
Unter dem Motto "Kompetenz vernetzt" wird aus einer spontanen Idee heraus eine landkreisübergreifende Zusammenarbeit zwischen einer Grundschul- und einer Mittelschulklasse zum Abenteuer zwischen grundlegendem Mathematikunterricht einerseits und praktischem Abschlussprojekt andererseits. Ein Abenteuer zwischen Rechnungen, Geometrie, Kochrezepten, Planungen, Arbeitsweisen, verschiedenen Lehrkräften, Ausflügen, Teamteaching, Lernpaten, ...
Seither sind unter Initiative von Susanne Motog (FOLin) immer wieder Kooperationen ins Leben gerufen worden, die Mathematik und praktischen Fachunterricht multiprofessionell verbinden und für KoViMathPlus! zum Pluspunkt werden.