Gemeinsam mit dem Technologie-Campus Grafenau der Technischen Hochschule Deggendorf entwickelt die Universität Passau ein Konzept, um KMUs im bayerischen Wald die Chancen generativer KI Datenschutz-konform und nachhaltig näher zu bringen. Die Europäische Union fördert das Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro.
Der effektive Einsatz generativer KI wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor – auch für Unternehmen im ländlichen Raum. Gleichzeitig stellen sich grundlegende Fragen: Wie gelingt der Zugang zu KI-Technologien, ohne in dauerhafte Abhängigkeit großer Plattformanbieter zu geraten? Welche Wege ermöglichen einen datensouveränen, eigenständigen Einsatz? Und wie lassen sich regionale Kompetenzen gezielt aufbauen und verankern?
Hier setzt das Forschungsprojekt „FrAInderl – Allianz für generative KI im Bayerischen Wald“ an. Es widmet sich diesen Herausforderungen im engen Austausch mit Unternehmen aus dem Bayerischen Wald.
Das Projekt verfolgt zwei zentrale Bausteine:
Technische Umsetzung:
Aufbau eines modularen Frameworks, das es Unternehmen ermöglicht, generative KI-Anwendungen lokal zu betreiben, anzupassen und über einen zentralen Wissensspeicher mit vertraulicher Datenhaltung zu nutzen.
Kompetenzaufbau:
Entwicklung und Bereitstellung von Schulungen, Weiterbildungen und Transferformaten zur Qualifizierung von Beschäftigten und zur Förderung verantwortungsvoller, nachhaltiger KI-Nutzung in KMU.
Die Universität Passau bringt ihre ausgewiesene Expertise in den Bereichen Large-Language-Modelle, Datenmanagement und technische Infrastruktur ein. Im Rahmen des Projekts entstehen praxisnahe Werkzeuge und wissenschaftlich fundiertes Wissen, das Unternehmen konkret dabei unterstützt, generative KI in betriebliche Abläufe einzubinden.
Die Projektverantwortung liegt bei der Technischen Hochschule Deggendorf, Technologie Campus Grafenau, unter der Leitung von Prof. Dr. Florian Wahl. Konsortialpartner ist die Universität Passau mit Prof. Dr. Dr. h.c. Harald Kosch, Lehrstuhlinhaber für Informatik mit Schwerpunkt Verteilte Informationssysteme. Die Entwicklung und Erprobung betrieblicher Use Cases erfolgt in enger Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, die ihre praxisorientierten Fragestellungen und Anforderungen einbringen. Interessierte Betriebe der Region sind ausdrücklich eingeladen, sich am Projekt zu beteiligen.
Gefördert wird FrAInderl durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Bayern im Rahmen eines mehrjährigen Programms zur Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation in strukturschwachen Regionen. Das Projekt läuft bis Mitte 2028 und verfügt über ein Fördervolumen von rund 1,5 Millionen Euro.
Im Bild zu sehen ist das Projektkonsortium (v.l.): Dr. Kanishka Ghosh Dastidar, Dr. Sebastian Wilhelm, Prof. Dr. Florian Wahl, Johannes Jachmann, Sascha Schiegg, Ekaterina Mashina
Mehr Informationen:
| Projektleitung an der Universität Passau | Prof. Dr. Harald Kosch (Vizepräsident/in für Akademische Infrastruktur/IT) |
|---|---|
| Laufzeit | 01.07.2025 - 30.06.2028 |
| Website | https://frainderl.de |
| Mittelgeber |
BayStMWK - Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Europäische Union (EU) > EU - ESIF - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2021-2027
|