Professur (Lehrprofessur) für Didaktik der Mathematik
Forschungsgebiete

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Mathematische Begabung / Mathematische Kreativität

Diagramm mathematische Begabung

Es werden theoretische und empirische Forschungstätigkeiten sowohl zur Fundierung des begrifflichen Konstrukts "Mathe­matische Begabung" als auch zur praktischen Förderung mathematisch begabter / kreativer Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Aufbauend auf den theoretischen und empirischen Resultaten werden einschlägige Lernumgebungen entwickelt und Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt. 

Vernetzungen im Mathematikunterricht

Logo Arbeitskreis Vernetzung

Im Rahmen des 2009 gegründeten Arbeitskreises "Vernetzungen im Mathematikunterricht" der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik wird eine zentrale Forderung an das Lernen von Mathematik (er)neu(t) betrachtet: Mathematische Kenntnisse und Fähigkeiten sollen nicht isoliert voneinander und beziehungslos nebeneinander gelehrt und gelernt werden, sondern in ihrer Wechsel­beziehung zueinander, also vernetzt. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Material­entwicklung, Herausgabe einer daraus resultierenden Schriftenreihe (Aulis-Verlag) und Organisation von Lehrerfortbildungen bzw. Tagungen.

Special Needs / Inklusion / Twice exceptional children

2008 wurde das "Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" als Konsequenz der "Salamanca Erklärung und des Aktionsrahmens zur Pädagogik für besondere Bedürfnisse" (special needs) im Kontext der internationalen Konferenz "Pädagogik für besondere Bedürfnisse: Zugang und Qualität" des Jahres 1994 ratifiziert und ist seit dem 26. März 2009 für Deutschland verbindlich. Die Konvention fordert den Aufbau und die Sicherstellung eines inklusiven Erziehungssystems auf allen Ebenen (UNO, 2008, Artikel 24) für "all children regardless of their physical, intellectual, social, emotional, linguistic or other conditions. This should include disabled and gifted children" (UNESCO, 1994, 6). Kinder, die sowohl eine Behinderung als auch eine Begabung aufweisen (disabled and gifted), werden als doppelt exzeptionell (twice exceptional) bezeichnet, und stellen für die Lehrkraft eine besondere Herausforderung dar. Generell ist zur adäquaten Förderung vorliegender mathematischer Begabungspotenziale bei Schülerinnen und Schülern zunächst deren Identifikation bzw. eine entsprechende Sensibilisierung der Lehrkraft vonnöten. In Bezug z.B. auf hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler gelten hierbei allerdings besondere Spezifika, die u.a. mittels qualitativer Einzelfallstudien verdeutlicht werden können.

Narrative Didaktik

Bereits Jerome Bruner stellte der logisch-diskursiven Argumentation ("logico-scientific mode") den narrativen Denkmodus ("narrative mode") gegenüber. Durch eine methodische Vernetzung mathematischer Inhalte mit erzähltheoretischen Vorgehensweisen lässt sich nicht nur der im Mathematikunterricht primär adressierte rational-deduktive Bereich, sondern auch der affektive Bereich mit einbinden, wodurch eine stärkere "Einwurzelung" in die mathematische Thematik geschehen kann. Durch eine Erweiterung der narrativen Methodik um bildhafte Elemente ergibt sich zusätzlich eine fruchtbare Einbindung der bildenden Künste. Neben der Weiterentwicklung der theoretischen Grundlagen einer narrativen Mathematik-Didaktik werden einschlägige Unterrichtseinheiten bzw. erzählend angelegte Lehr- u. Lern-Elemente entwickelt.

Übergang Schule - Hochschule

An der Schnittstelle Schule-Hochschule treten insbesondere im Fach Mathematik häufig Probleme auf, die u.a. zu nachweislich signifikant hohen Studienabbrecherquoten führen. Diesem Phänomen liegen in letzter Instanz unterschiedliche Vorstellungen über bzw. Sichtweisen von "Mathematik" zugrunde (vgl. z.B. auch den "Drei-Welten-Ansatz" von D. Tall). Mit dem Ziel einer Sensibilisierung beider Seiten für die vorliegende Diskrepanz und geeignete didaktische Hilfsmaßnahmen werden qualitative Quer- und Längsschnittstudien durchgeführt, die z.T in der Entwicklung geeigneter didaktischer Lehr-Lern-Elemente münden.

Interaktive mathematische Landkarten

Durch das Konzept einer "Interaktiven Mathematischen Landkarte (IML)" soll ein didaktisches Werk­zeug auf IT-Basis (weiter)entwickelt werden. Eine IML ist vom Konzept her ein "virtuelles Netz" bzw. ein "virtueller Baum". Mittels dieser veranschaulichenden Abhängig­keits­struktur soll die historische Ent­wicklung eines Themas (oder "Initialproblems") in den Dimensionen "Zeit" und "Verwandt­schaft/Nähe zu anderen Themen" dargestellt werden.